Die dunkle Jahreszeit

Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut!

Jesaja 58,7

Liebe Leserinnen und Leser des Gemeindebriefs,

neulich kam ich nach einem Gottesdienst mit einem Freund von mir ins Gespräch. Er sagte zu mir: „Ach, ich mag den Herbst. Und auch den Winter mag ich. Ja, es ist manchmal dunkel, kalt und nass. Aber es ist auch gemütlich und heimelig. Im Sommer ist es immer so heiß. Im Herbst kann man mit gutem Gewissen drinnen auf dem Sofa sein – im Sommer eher nicht. Ich freue mich jedenfalls auf Herbst und Winter.“ Auch ich freue mich auf den Herbst und besonders die Adventszeit. Nicht alles am Herbst und Winter finde ich schön. Der Herbst ist für mich als Autofahrer eine Herausforderung, wenn die Straßen nass und voller Laub sind.  Aber wenn dann ab dem ersten Advent überall Lichter angebracht werden, freue ich mich sehr darüber. Früher begann für mich die Weihnachtszeit, wenn gegenüber von meinem Elternhaus auf dem Vordach der Metzgerei ein Weihnachtsbaum angebracht wurde, an dem abends Lampen brannten. Das ist längst vorbei, die Metzgerei („Richtersch Hans“) und damit auch die „Weihnachtsbaum-Tradition“ gibt es nicht mehr.

Auch wenn es diesen Weihnachtsbaum nicht mehr gibt, gibt es einen Gedanken, der mir in der „dunklen Jahreszeit“ wichtig ist: Jedes „Adventslicht“ erinnert mich daran dass unser Herr Jesus als „das“ Licht der Welt in unsere oft dunkle und kalte Welt gekommen ist. Der Evangelist Johannes schreibt: „Das war das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet“ (Johannes 1, 9). Er, unser Herr Jesus ist dieses wahre Licht, das für uns scheint.  Was ist das besondere an diesem „Licht“? Jesus ist, sozusagen, der Scheinwerfer, der uns zeigt, wer Gott ist. Man sagt ja auch manchmal: „Mir ist ein Licht aufgegangen!“, wenn man meint, dass man etwas verstanden hat. Durch Jesus geht uns ein „Licht auf“, was Gott betrifft. Durch Jesus können wir verstehen, dass Gott uns liebt. Durch Jesus können wir verstehen, dass Gott uns Vergebung, Trost und Hoffnung schenken will. Dabei war die Geburt Jesu trostlos und dunkel. Jesus kam in ärmlichen Verhältnissen zu uns in die Welt – und doch ist er der Retter der Welt, der uns den Weg zu Gott zeigt.

An Weihnachten feiern wir, dass Gott in Jesus Christus zu uns auf die Welt gekommen ist. Daran dürfen wir denken – und uns daran freuen – wenn wir die Weihnachtsbäume mit den Lichterketten sehen. Wir wünschen Ihnen / Dir eine schöne, „lichtreiche“ Herbst-, Advents- und Weihnachtszeit! (sth)

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